Franz Kafkas „Die Verwandlung“ (1912)

„Die Verwandlung“ ist eine 1912 entstandene Erzählung von Franz Kafka, die 1915 erstmals in den Weißen Blättern veröffentlicht wurde. Es ist die längste von Kafka vollkommen abgeschlossene und zu Lebzeiten veröffentlichte Erzählung und umfasst rund 70 Druckseiten.

Handlung

Die Erzählung handelt von Gregor Samsa, der eines Morgens aufwacht und feststellt, dass er sich in ein Ungeziefer verwandelt hat. Unfähig, zu seiner Arbeitsstelle zu gehen und Kontakt zu seiner Familie oder Arbeitskollegen aufzunehmen, verbleibt Gregor in seinem Zimmer. Gregors Schwester Greta versorgt Gregor mit Nahrungsmitteln während der Vater Gregors mit Entsetzen reagiert und unter Gewaltanwendung Gregor zurück in sein Zimmer scheucht. Im weiteren Verlauf wird Gregor von einer herunterfallenden Flasche im Gesicht verletzt und von seinem Vater mit Äpfeln beworfen, wovon einer in seinem Rücken stecken bleibt und ihn schwer verwundet. In Folge dessen nimmt Gregor immer weniger Nahrung zu sich und wird von seiner Familie zunehmend vernachlässigt. Als seine Familie Untermieter in ihrer Wohnung aufnimmt wird Gregor eines Abends entdeckt. Dies führt zur Kündigung der Mieter und letztendlich zu dem Wunsch der Familie, das Ungeziefer loszuwerden. Gregor stirbt völlig ausgemergelt, und die Erzählung endet mit einem Ausflug der Familie ins sonnige Freie.

Interpretation

Die Erzählung wird stets mit dem Vater-Komplex Kafkas in Verbindung gebracht. Die Motive und Bilder, die diese Argumentation untermauern, lassen sich auch in weiteren Werken Kafkas wie „Der Prozeß“, „das Schloss“ und „Der Brief an den Vater“ erkennen. Dabei handelt es sich um nicht hinterfragbare Macht- und Ausbeutungsverhältnisse, Einsamkeit und das Gefühl der Ausgeschlossenheit. Kafka verfolgt dabei jedoch immer einen übertreibenden und bildhaften Stil, der die Erinnerungen an seine Jugend und Kindheit ausschmückt. Ein interessanter Punkt an Kafkas „Die Verwandlung“ ist die Tatsache, dass sich niemand über die Verwandlung Gregors in ein Insekt wundert. Die Familie nimmt es einfach hin ohne zu hinterfragen warum oder wie es dazu kommen konnte.

Die Verwandlung wurde mehrfach verfilmt und existiert in verschiedenen Fassungen zwischen 10 und 84 Minuten Länge,