Die ästhetische Moderne in der deutschen Literatur

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verändert sich die Welt in schwindelerregender Geschwindigkeit und beinahe alle bestehenden Regeln und Konventionen werden infrage gestellt. Die Veränderungen umfassen alle Bereiche, von der Technologie über die Kultur bis hin zur Beziehung der Menschen untereinander. Die Erfindung des Autos, des Telefons und des Flugzeugs sind in diese Zeit einzuordnen. Um die damit einhergehenden Veränderungen auf die Menschen und deren Reaktionen darauf, die sich anhand Literatur veranschaulichen lassen, soll es in folgendem Artikel gehen.

Die Moderne äußert sich im Chaos und einem rasanten Anstieg der Geschwindigkeit des Lebens. Dies führt zu einer Orientierungslosigkeit, in der es für den modernen Menschen im Außen keinen Halt mehr gibt, sodass er sich, von der Gewaltigkeit der Veränderungen in seiner Umwelt zurückgeworfen, auf sich selbst konzentrieren muss, um nicht in der Anonymität der Masse unterzugehen.

Die Werke und Autoren der ästhetischen Moderne

Zu den wichtigsten Werken der literarischen Moderne zählt das 1922 veröffentlichte Gedicht „Das wüste Land“ von Thomas Stearns Eliot. Es ist äußerst kompliziert geschrieben und beinhaltet einen pessimistischen Blick auf die umwälzenden Veränderungen in der Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Des Weiteren ist in diesem Zusammenhang Thomas Manns „Zauberberg“ zu nennen, der das Ende der bürgerlichen Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg und das Verschwinden des bürgerlichen Subjekts thematisiert.

Ein erst zwanzig Jahre nach seinem Tod entdeckter Autor, der ebenfalls die Literatur der ästhetischen Moderne maßgeblich prägte, war Franz Kafka. Sein Roman mit dem Titel „Der Prozess“ schildert einen Protagonisten, K., der mit jedem Versuch, die moderne Bürokratie zu verstehen, scheitert und damit die Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit des modernen Menschen illustriert.

Weitere wichtige Werke sind Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“, „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett und Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“.

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